Service am Gast macht Spaß ...
Wer steckt hinterm Weinhaus Diez das mit so viel Leidenschaft & Herzblut gelebt wird?
Gastronomie:
In Balduinstein an der Lahn bei "Auf der Laake" hat alles begonnen. Nach der Schule habe ich mal hie und da eine Familienfeier oder einen Ausflugsbus bedient. Während meiner Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin finanzierte ich damit meine Ausflüge in die Nachbarländer. Das Arbeiten mit und um Menschen & Nahrungsmittel hat mir von Anfang an Spaß gemacht. Im Laufe der Zeit folgten weitere Betriebe, sei es die klassische Kneipe auf dem Dorf mit Saal & Kegelbahn oder gehobenere Gastronomie oder oder oder. Ein Erlebnis habe ich nie vergessen können, wie hoch ein Lehrgeld sein kann.
1. Mai 1988 Ich bin mit meinem roten Roller zum Dienst gefahren. Frühstückstische ab- und eindecken. Besteck polieren. Terasse eindecken für den Ansturm der erwartet wurde. Zu dieser Zeit war es auch noch so, dass am 01. Mai alles auf den Füßen war und die Gastronomie überrollte. Nachts um 2h war dann die Abrechnung zu machen und da kam eine bittere Erfahrung. Das Geld im Portmonai reichte nicht um meinen Umsatz zu begleichen. Warum nur? Die "Chefin" kontrollierte in der Nacht die Bon-Rolle und stellte fest, dass Tisch-Nummern darauf waren, die zum Bereich der neuen Aushilfe gehörten. Diese waren aber nicht in ihrem Bon Buch und somit nicht abgerechnet. Die Aushilfe kam nie wieder und ich hatte mein Lehrgeld für diesen Tag teuer bezahlt.
Neugier & Genuss: Erst jetzt habe ich mich daran erinnert, das ich schon als junges Mädchen neugierig auf Neues war. Von einem Besuch bei Onkel Hermann an der Nordsee brachte ich mir Schokocreme aus der Tube für meinen Kindergeburtstag mit. Das Highlight. Gesichter aufs Butterbrot malen mit Schokocreme. In der Schule hatte ich das Fach "Hauswirtschaft" belegt. (Französisch war ja nicht möglich, die Kühe auf dem familenbetriebenen Bauernhof verstanden kein "Auswärtisch")
Ich probierte dieses und jenes aus. Vorallem vorm Abendbrot-Tischdecken. Ich spielte Gourmet-Esserin. Erinnerungen, die mir jetzt wieder ins Bewusstsein gekommen sind. Essen ist und war schon immer ein Thema.
Neue Restaurants ausprobieren, dank meinem Onkel in Koblenz war das möglich. Während meinen Abschlussprüfungen wohnte ich bei ihm und lernte demeter Produkte kennen und alles rund um die Bio Küche, egal ob das Korn für den Frühstücksbrei mahlen oder Soja-Hacksoße für Vollkorn-Nudeln zubereiten. Ich wurde auch für ein paar Jahre zur Vegetarierin, ich konnte kein Fleisch mehr riechen...
Leidenschaft: Viele Auslandsaufenthalte oder Reisen in die Ferne durfte ich machen. Egal ob als Au-pair in Amerika, Tauchlehrer-Assistentin in der Türkei oder Reiseleiterin bei der TUI – Fremdes und Service am und um den Menschen sind immer ein Thema. Ich hatte das Glück auch vor Ort immer in die Kochtöpfe zu schauen und somit fremde Gewürze und Kochkulturen in mir abzuspeichern.
Während meiner Zeit bei der TUI hatte ich viele Gäste, die immer mit verträumten Augen vom Lahntal schwärmten, sobald sie hörten, dass ich von der Lahn bin.
Ja am Schönsten ist es in der Heimat – im Lahntal, dem Blauen Ländchen mit viel Geschichte rund um die Oranier.
Ob Frankfurter Flughafen oder amerikanisches Unternehmen – ob als Geschäftsführer-Assistentin oder Marketing-Assistentin – meinen Platz im Berufsleben hatte ich noch nicht gefunden.
Mein Sohn brachte mir erst einmal eine Auszeit. Gereist wurde weiterhin. Freunde und Patentante besuchen – aber wieder im Ausland leben?
2007 traf ich die Entscheidung – ich mache mich selbstständig!
Im Bereich Tourismus war ja sonnenklar – wieder um die Welt jetten und organisieren – Sprachen sprechen – multikulti leben.
Vorbereitungen zum Altstadtfest 2011
Erstens kommt es anders und zweitens ...
Stadtführungen für die Stadt Diez – der regionale Laden mit kleiner Küche "Komm rin kaaf in" kam als regionale Welt auf mich zu. Kontakte zu den Direktvermarktern des Rhein-Lahn-Kreises. Vertraute Gesichter und Bauernhöfe aus Kindertagen. Lahnwein gehört mit der Familie Norbert Massengeil-Beck seit der ersten Stunde mit dazu.
2008 der Umzug – der gewünschte Platz wurde frei:
Altstadtstraße 3
mit SchlossfelsGarten.
"Komm rein zum Wein" eröffnete am 21. April 2008.
Erst hatten gab es weiterhin unsere kleine Küche – frische Flammkuchen und hie und da einen typischen Landfrauen-Eintopf.
"Meine" Winzer wurden besucht und mein Wissen rund um den Wein vertieft dank "meinem" Sommelier Harry H. Hochheimer, dem Deutschen Weinistitut und mit Bestnoten abgeschlossenen Prüfungen – die Weinlese im Weinberg gehört für mich auch dazu – unzählige Weinproben, Beusche im Weinkeller und Gesprächen mit "meinen" Winzern sind die Basis meines heutigen Weinwissens.
Wild-Grillen mit der Landmetzgerei Schmidt, Live Musik verschiedener deutscher Musiker, Krimilesungen mit Annie – alles hier im SchlossfelsGarten oder im Weinhaus.
Ende 2010 erscheint die erste (W)einstein – Das WeinhausMagazin.
Im Frühling 2011 erfolgt der Relaunch: Aus "Komm rein zum Wein" wird das Weinhaus Diez mit neuem Logo und allem, was dazu gehört.
Die ersten Weinhaus Reise zum Winzer an die Nahe ist organisiert. Die ersten eigenen Hausweine mit eigenem Etikett stehen im Laden und zum Versand bereit.
Ich biete Ihne außerdem an
Als Kräuterwind-Wirtin bin ich zertifiziert mit dem Monats-Kraut aus heimischem Garten zu kochen oder mit den fast vergessenen Gemüsen.
Immer mehr kam und kommt dazu und das alles unter einem Dach – in einem Haus.
Bei der Arbeit
Weinhaus Diez – meine Leidenschaft – hier kann ich alle meine Stationen aus meinem Leben ausleben und andere daran teilhaben lassen.
Familie und Freunde? Ja die kommen öfter zu kurz, aber dann ist die gemeinsame Zeit umso intensiver.
Wünsche? Ja die habe ich – immer ganz viele. Ganz oben an - ich möchte weiterhin so gesund bleiben um meine Energie und Leidenschaft hier ins Weinhaus und Diez stecken zu können.
Ziele? Nein Ziele kann ich nicht sagen, eher Träume die ich verwirklichen möchte.
Nachdem ich jetzt zertifizierte Wein und Gewürzexpertin bin, träume ich von meiner ersten eigenen Gewürz-Linie. Die Vorbereitungen laufen bereits. Sie dürfen gespannt sein.
Ich danke, dass ich von Menschen umgeben bin, die immer ein offenes Ohr für mich haben und mich und meine Visionen unterstützen. Danke für ehrliche Kritik und fürs ständige Probieren der neuen "alten" Gerichte. Danke auch für den Halt und die Verbindung zum Boden unter meinen Füßen. Ich bin sehr froh, dass ich Regionales leben und erleben darf – auch immer wieder die Möglichkeit habe, über den Tellerrand hinaus zu schauen; Neues ausprobieren kann und Multikulti mit meiner Heimat fusionieren darf: Hier, im Weinhaus Diez.
Jeder ist immer herzlich Willkommen.
Ihre
Ilona Gasteyer